Wir bündeln Know-how für einbruchhemmende Türen unter einem Dach. Architekten und Planer erhalten ein durchgängiges Portfolio — vom Mehrfamilienhaus bis zum sicherheitskritischen Objektbau.
Was ist eine Einbruchschutztür?
Der Begriff Einbruchschutztür wird umgangssprachlich für Türelemente verwendet, die ein unbefugtes gewaltsames Eindringen erheblich erschweren. Synonym sind die Schreibweisen Einbruchschutz Tür, Einbruchschutztüren und Einbruchschutztüre gebräuchlich; ebenso die Bezeichnungen Sicherheitstür oder einbruchsichere Tür. Technisch korrekt spricht man von einer einbruchhemmenden Tür: Ein Einbruch lässt sich nie vollständig ausschließen, aber durch eine geprüfte Tür wird der Tätertyp gezwungen, den Versuch nach einer definierten Widerstandszeit aufzugeben.
Eine Einbruchschutztür ist daher kein einzelnes Bauteil, sondern ein System aus aufeinander abgestimmten Komponenten: einem widerstandsfähigen Türblatt, einer geprüften Zarge, verstärkten Bändern, einem Sicherheitsschloss mit Profilzylinder, einem Schutzbeschlag und einem Sicherheitsschließblech. Erst das Zusammenspiel aller Komponenten — und der fachgerechte Einbau in eine zugelassene Wand — erfüllt die Anforderungen nach DIN EN 1627.
Normen, Prüfung und Klassifizierung
Seit September 2011 regelt die europäische Norm DIN EN 1627 die Klassifizierung einbruchhemmender Türen, Fenster und Fassaden. Sie löste die Vornorm DIN V ENV 1627 ab und definiert sechs Widerstandsklassen — RC 1 N bis RC 6. „RC“ steht für „Resistance Class“ und ersetzt die früheren Widerstandsklassen WK 1 bis WK 6.
Die Klassifizierung beruht auf drei aufeinander aufbauenden Prüfnormen:
- DIN EN 1628 — statische Belastung des verschlossenen und verriegelten Türelements,
- DIN EN 1629 — dynamische Belastung durch Stöße,
- DIN EN 1630 — manueller Angriff mit definierten Werkzeugsätzen über eine festgelegte Widerstandszeit.
Geprüft wird an akkreditierten Stellen — beispielsweise beim ift Rosenheim oder durch DIN-CERTCO-anerkannte Prüfstellen. Erst nach erfolgreich bestandener Prüfung erhält der Hersteller das Prüfzeugnis und darf die Tür mit der entsprechenden Widerstandsklasse kennzeichnen. Die zertifizierten Bauteile tragen ein dauerhaft angebrachtes Kennzeichnungsschild im Falz auf der Bandseite. In der Schweiz wird auf SN EN 1627 referenziert; die Klassifizierungen sind identisch.
Korrelation zur alten WK-Klassifizierung
Bestehende Bauunterlagen verweisen häufig noch auf die alten WK-Klassen nach DIN V ENV 1627:1999-04. Die Zuordnung zur aktuellen Norm regelt eine Korrelationstabelle:
| Widerstandsklasse DIN EN 1627 | Widerstandsklasse DIN V ENV 1627:1999-04 |
|---|---|
| RC 1 N | — (keine Zuordnung) |
| RC 2 N | WK 2 (Verglasung frei vereinbar) |
| RC 2 | WK 2 |
| RC 3 | WK 3 |
| RC 4 | WK 4 |
| RC 5 | WK 5 |
| RC 6 | WK 6 (mit Zusatzprüfung) |
Die sechs Widerstandsklassen im Überblick
Mit jeder Klasse steigen die im Prüfstand verwendeten Werkzeuge in ihrer Wirksamkeit und die definierte Widerstandszeit gegenüber dem Angreifer. Für Architekten und Planer ist die Wahl der richtigen Klasse die zentrale Entscheidung — sie sollte auf dem Schutzziel, der Gebäudelage, der Nutzung und dem Sachwertinhalt basieren.
Holztüren lassen sich konstruktionsbedingt bis maximal RC 4 zertifizieren. Für höhere Klassen kommen Stahltüren oder Stahl-Holz-Verbundkonstruktionen zum Einsatz.
| Klasse | Erwarteter Tätertyp und Werkzeuge | Empfohlener Einsatzort |
|---|---|---|
| RC 1 N | Körperliche Gewalt (Treten, Schulterwurf, Hochschieben), geringer Schutz gegen Hebelwerkzeuge — vorwiegend Vandalismus. | Nur empfohlen, wenn kein direkter Zugang möglich ist (z. B. obere Geschosse). |
| RC 2 N | Gelegenheitstäter mit einfachen Werkzeugen — Schraubendreher, Zange, Keile. | Wohn- und Gewerbeobjekte mit niedriger Gefährdung; Innentüren. |
| RC 2 | Wie RC 2 N, jedoch mit erhöhter Anforderung an die Verglasung. | Wohn- und Gewerbeobjekte mit durchschnittlichem Einbruchrisiko. |
| RC 3 | Erfahrener Täter mit zweitem Schraubendreher und Kuhfuß. | Wohn- und Gewerbeobjekte mit hohem Einbruchrisiko; Geschäftsräume von Waffenhandlungen (CH). |
| RC 4 | Erfahrener Täter mit Säge-, Schlagwerkzeugen (Schlagaxt, Hammer, Meißel) und Akku-Bohrmaschine. | Gewerbeobjekt mit hoher Gefährdung — Maximalklasse für Holztüren. |
| RC 5 | Erfahrener Täter mit Elektrowerkzeugen (Stich-/Säbelsäge, Winkelschleifer). | Gewerbeobjekte mit hoher Gefährdung und durchschnittlichem Risiko. |
| RC 6 | Wie RC 5, jedoch mit leistungsfähigen Elektrowerkzeugen. | Gewerbeobjekte mit hoher Gefährdung und sehr hohem Einbruchrisiko. |
Konstruktion einer Einbruchschutztür
Die einbruchhemmende Wirkung resultiert aus dem Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Bei Arbonia werden diese in eigenen Konstruktionsserien optimiert und stets im Verbund mit der zugehörigen Zarge geprüft.
- Türblatt: verstärkter Aufbau mit Rahmenholz, Stabilisator und einer speziellen Mittellage. Die Decklage übernimmt auf Wunsch in Klimaklasse-3-Ausführung auch klimatische Anforderungen.
- Zarge: geprüft sind je nach Modell Holzumfassungs-, Holzblock-, Holzstock-, Holzeck-, Stahlumfassungs-, Stahleck- und Tapetenzargen. Die Zarge ist Bestandteil des geprüften Systems und darf nur in zugelassener Kombination eingesetzt werden.
- Profilzylinder nach DIN 18252 sowie Schutzbeschlag nach DIN 18257.
- Sicherheits-Schließblech, verstärkte Bänder und Bandaufnahmen sowie ein PZ-Sicherheitsschloss — optional selbstverriegelnd.
- Optional: Türspion, Riegelschaltkontakt, elektronischer Profilzylinder und digitale Schließsysteme erhöhen Sicherheit und Komfort.
Hinweis zum Lieferumfang: Schutzbeschläge und Profilzylinder gehören nicht in allen Konfigurationen zum Lieferumfang und müssen objektbezogen spezifiziert werden. Das Kennzeichnungsschild wird vom Hersteller dauerhaft im Falz auf der Bandseite angebracht.
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