Climate

Als Gebäudezulieferer für Produkte und Lösungen rund um das Raumklima sowie Innentüren aus Holz und Glas steht die Arbonia in der Verantwortung für den Schutz von Umwelt und Klima. Wir sehen in der Transformation hin zu einer umweltverträglichen Wirtschaft grosses Potenzial und möchten mit unserem Produkt-, Entwicklungs- und Dienstleistungs-portfolio einen substanziellen Beitrag leisten, um Gebäude nachhaltiger zu gestalten. Durch weitere Produktinnovationen und neue Lösungen wollen wir die ökologischen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und die unserer Kunden auf die Umwelt reduzieren, sodass die Arbonia entlang der gesamten Wertschöpfungskette ihre Treibhausgasemissionen senken wird.

Interview: Ein nachhaltiges Raumklima schaffen

Als Arbonia ist es unser erklärtes Ziel, die natürlichen Ressourcen zu schonen. Deshalb verfolgen wir ein vorausschauendes Ressourcenmanagement, vermeiden Abfall und reduzieren den Materialverbrauch sowie den Ausschuss. Wir messen die Abfallmengen und analysieren die Fehlerkosten, um die Massnahmen hinsichtlich ihrer Effektivität zu bewerten. Die energie- und materialeffiziente Produktion auf Basis eines guten Ressourcenmanagements reduziert gleichzeitig die Herstellungskosten und steigert damit die Wettbewerbsfähigkeit. Die Arbonia strebt deshalb Energie- und Materialeinsparungen sowohl in der Entwicklung von Neuprodukten als auch bei der Verbesserung von Bestandsprodukten an. Die im Betrieb entstehenden Abfälle werden konsequent getrennt, wo nötig vorbehandelt und der Wiederverwertung zugeführt. Die Gesellschaften der Arbonia prüfen regelmässig, wie Ressourcen noch schonender eingesetzt werden können – beispielsweise durch cleveres Produktdesign und eine möglichst fehlerfreie Produktion. Dafür haben wir auch jeweils eine Water und eine Waste Policy für die ganze Gruppe erlassen, die per 1. Januar 2022 in Kraft traten.

Das Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen der hergestellten Produkte gewinnt stetig an Relevanz: Immer mehr Kunden verlangen schadstoffarme Materialien und legen Wert auf eine Zertifizierung. Zudem durchlaufen bereits heute zahlreiche Produkte eine Schadstoffprüfung und werden entsprechend nach den Richtlinien des eco-Instituts zertifiziert. 

Auf Basis des Lean Manufacturing kann die Qualität gesteigert und damit die Anzahl der Reklamationen reduziert werden. Ein verbessertes Qualitätsmanagement zahlt auf das übergeordnete Ziel ein, nämlich die Stärkung und den Ausbau der Marktposition durch innovative und zuverlässige Produkte. Verbesserungen der Fertigungstechnologie sind ebenso selbstverständlich wie eine laufende Modernisierung des Maschinenparks und eine zielorientierte Auswahl der Lieferanten für eine gleichbleibend hohe Rohstoffqualität. Wesentliche Faktoren sind ausserdem eine kontinuierliche Verbesserung der Personalqualifikation, die betriebsübergreifende Umsetzung sämtlicher Massnahmen und die Übertragung der Qualitätsverantwortung auf die Mitarbeitenden.

Kennzahlen Ressourceneffizienz
  2022 2021 2020
Fehlerkosten in % vom Nettoumsatz 1.3 1.3 1.4
Abfall in t 32 295 41 199 28 936
Gewerbeabfall 29 198 32 967 19 916
Verbrennung 15 306 9 590 4 422
Deponie 2 992 10 738 10 716
Recycling 10 899 12 639 4 777
Sonderabfall 3 096 8 232 9 021
Verbrennung 200 5 915 6 030
Deponie 1 506 863 1 086
Recycling 1 390 1 453 1 905
Kennzahlen Wasserverbrauch
  2022
Wasserverbrauch in m3 271 675
Wasserverbrauch in m3/CHF Nettoumsatz 0.23

Abfall nach Entsorgungsmethode (in Tonnen)
  • 2020
  • 2021

Division HLK

Stetige Ressourcenminimierung und Wiederverwertung

Ziel der Division HLK ist, den Materialeinsatz bei der Produktion zu minimieren. So sollen die Fehlerkosten innerhalb der Division auf deutlich unter 1% des Jahresumsatzes gesenkt werden – bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität. Ausserdem will die Division in sämtlichen Bereichen mehr wiederverwertete Materialien einsetzen. Angestrebt wird ausserdem eine Verringerung des Abfalls und der damit verbundenen direkten und indirekten Kosten. Auch soll die Menge jener Produkte, die der Müllverbrennung und Deponie zugeführt werden, analysiert und minimiert werden. Nicht zuletzt leistet die Division auch mit ihren Produkten einen wichtigen Beitrag zum schonenden Umgang mit Ressourcen. Beispielsweise sind Stahlheizkörper nahezu vollständig rezyklierbar und können am Lebensende weiterverwertet werden. Bei der Produktion von Deckenstrahlplatten wird mittlerweile durch ein verbessertes Produktdesign weniger Material benötigt, gleiches gilt für Wärmetauscher. 

Beispiele für eine effiziente Ressourcennutzung

Die Ausschuss- und Fehlerkosten konnten im Berichtsjahr konstant gehalten werden. In Plattling (D) wurden die aktuellen Projekte zur Reduktion der Blechstärken vorangetrieben. Als grösste Herausforderung erwies sich dabei das Aufrechterhalten der erforderlichen Druckstabilität. Am Standort Stříbro (CZ) wurden die Verpackungen optimiert: Anstatt Folie und Styropor werden nun konsequent Gebinde aus wiederverwertetem Karton eingesetzt. In Corbetta (IT) konnte der anfallende Kupferschrott deutlich verringert werden. Eine neue Ultrafiltrationsanlage ermöglicht eine nachhaltige Wasseraufbereitung und führt somit zu einer Reduktion des Wasserverbrauchs. Im Berichtsjahr hat der Standort ausserdem sowohl in den Büros als auch in der Produktion ein konsequentes Abfalltrennungs- und Recyclingprogramm eingeführt. In Serbien hat die Division verschiedene Arbeitsstationen installiert, um alle Prozessschritte weiter zu optimieren – etwa durch digitale Lösungen. Ziel ist, Abfälle zu reduzieren, indem Verschnitte für die Produktion verwendet werden – etwa für Metallbleche und -profile. 

Division Türen

Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Ressourceneffizienz ist auch für die Division Türen über die gesamte Wertschöpfungskette relevant. Im Berichtsjahr ist es gelungen, den Verbrauch von Erdgas um 33% zu senken, beim Abfall betrug die Reduktion 29%. Der Wasserverbrauch wurde zum ersten Mal mit belastbaren Zahlen erhoben. Um den Materialverbrauch zu optimieren und Abfälle zu vermeiden, wird deshalb bereits in der Entwicklung eine ressourcenschonende Herstellung angestrebt. Auch die Verwendung von Alt- bzw. Gleichteilen wird in dieser Phase geprüft. Die Arbonia Glassysteme (ehem. GVG) sammelt ihre Glasabfälle und liefert sie dem Herstellungswerk, sodass der Energieverbrauch in der Produktion sinkt.

Das Thema Ressourceneffizienz ist in der Division Türen eng mit der Produktqualität verknüpft – denn hochwertige Produkte bedeuten nicht nur weniger Ausschuss, sondern auch weniger Reklamationen und damit eine höhere Kundenzufriedenheit. In der Division sollen die Ausschuss- und Fehlerkosten durch eine laufende Überwachung der Ressourceneffizienz minimiert werden. 

Eine effiziente Nutzung der benötigten Ressourcen wird durch stabile, einfache Prozesse und die konsequente Reduktion von Ausschuss erreicht. Wo immer möglich, werden Reststoffe aus der Produktion wiederverwertet. Für eine Verbesserung der Ressourceneffizienz ist aber auch eine permanente Information und Schulung der Mitarbeitenden – etwa über das Shopfloor-
Management oder Betriebsversammlungen – entscheidend. So ist es Invado gelungen, die Produktionsprozesse mit der Einführung des One-Piece-Flow-Prinzips sowohl bezüglich Wirtschaftlichkeit als auch Ressourceneffizienz zu verbessern. Der neue Prozess sorgt für einen deutlich geringeren Zeit-, Material- und Ressourcenaufwand und damit für eine effektivere Produktion.

Anspruchsvolle Zielsetzung

Für die Division Türen spielen energetische und umweltrelevante Kennzahlen bei der Planung und Anwendung der zukünftigen Produktionstechnik eine wesentliche Rolle. So will beispielsweise Garant den Energie- und Ressourcenverbrauch pro hergestelltem Teil um mindestens 3% senken. Erreicht werden soll dies durch höhere Wirkungsgrade der Maschinen, eine vorbeugende Wartung und stetige Instandhaltung, eine Optimierung der Fertigungssteuerung und die Minimierung von Stillständen. RWD Schlatter will die Prozesse in Zukunft nachhaltiger gestalten. Mit dem hochmodernen Maschinenpark hat die Gesellschaft dazu bereits einen wichtigen Grundstein gelegt. Besonderes Augenmerk soll ausserdem auch auf eine weitere Reduktion der Produktionsabfälle und eine konsequente Resteverwertung gelegt werden. Invado hat sich zum Ziel gesetzt, Türen und Zargen künftig ausschliesslich in einer Kartonverpackung auszuliefern. Zudem will Invado das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung fortsetzen. Die erfolgreiche Implementierung des SAP-Systems (inkl. Produktions- und Feinplanung sowie Produktionsleitsystem) soll bei der Planung und Verfolgung von Produktionsprozessen helfen (siehe Einstiegsinterview in das Kapitel Cash). Dank dieser integrierten Unternehmensverwaltungssoftware kann Invado die Produktion effizienter überwachen, jene Stellen identifizieren, die am meisten Abfall produzieren und datenbasierte Verbesserungsmassnahmen einleiten. Weiter wollen die Gesellschaften der Division ihre Lagerbestände reduzieren und die Liefergenauigkeit verbessern. Kontrolliert werden die Zielsetzungen unter anderem mit einem monatlichen Tracking.